February 15th, 2007
Ich zähl mal grad durch … Sind alle wieder zuhause, oder?
Das bedeutet zweierlei: erstens großes Wiedersehensbetrinken und zweitens, dass dieses Blog damit irgendwie seine Schuldigkeit getan hat.
Aber natürlich sind wir jetzt (zumindest teilweise) angefixt von diesem lustigen Web 9 3/4, dass die ganze Welt zu einem dörflichen Globus werden lässt, dass wir weiterbloggen - und zwar hier. Gereist wird dort manchmal auch, ansonsten widmen wir uns eigentlich allem, was so denkbar ist. Ich würde mich freuen, wenn Ihr als Leser wieder mit dabei wärt.
Die letzten Worte gebühren den legendären East 17, die mit ihrer Hitsingle “Around The World” Namenspaten für dieses Blog waren (neben Daft Punk und den Red Hot Chili Peppers): “I’ve been around the world / There’s no place like home / Baby”.
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February 1st, 2007
Porto Alegre hat eine Einschienenbahn. Besser gesagt hatte eine Einschienenbahn. Oder auch nicht, denn fertig geworden ist das Teil nie. Es existiert eine Strecke fast einmal mitten durch die Innenstadt, die Ende der 1960er gebaut wurde, allerdings nie in Betrieb genommen wurde. Ganz fertig geworden ist die Strecke auch nicht. Sie endet mitten im Nirgendwo… Erinnert mich alles an diese Simpsons-Folge mit der Monorail…
Ich habe im Vorbeifahren ein paar Bilder von der Strecke gemacht:



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January 20th, 2007
Ich habe endlich wieder einen Grund, hier zu schreiben, denn ich befinde mich zur Zeit in einem Entwicklungsland. Und das Beste: ich musste dafür noch nicht mal verreisen.
Nach multimedialer Katrina-Nachahmungsoffensive erreichte Kyrill Bochum am Donnerstagnachmittag und ich bekam nichts davon mit, weil mein Zimmer auf der Windabgeneigten Seite des Wohnheims lag und im Dunkeln eh nicht viel von möglicherweise wegfliegenden Nachbarhäusern zu sehen war. Dafür sah ich dann gestern auf dem Weg zur Uni einige Bäume, die ihre teils seit Jahrzehnten angestammten (pun not intended) Plätze spontan, aber wohl eher widerwillig, verlassen hatten. Für die Schäden eines “Jahrhundertsturms” fand ich das alles aber ein wenig lasch.
Aber glücklicherweise gibt es in Deutschland ja einen Faktor, der die überregionale Fortbewegung schon bei völligem Nicht-Wetter zum Abenteuertrip werden lässt: die Deutsche Bahn. Und während Fürst Mehdorn in Berlin zwei Stahlträger aus der Krone gebrochen waren, hatte es das Ruhrgebiet ungleich härter getroffen, denn nichts ging mehr. Der einzige Zug, der in Bochum noch fuhr, war der Starlight Express im gleichnamigen Musical - am Hauptbahnhof hatte man die Zugänge zu den Bahnsteigen gleich mit Flatterband abgesperrt und nach vielen Stunden auch die Anzeigentafel auf “völlig leer” einstellen können. Alles durchaus verständliche Schritte, denn Chaos herrschte auf den Gleisen und im (hoffentlich vorhandenen) Krisenzentrum der Bahn sicherlich zuhauf.
Chaos herrschte am Bahnhof aber leider trotzdem, denn die Deutsche Bahn hatte bei ihrer großangelegten Normalitätsherstellungskampagne leider vergessen, auf die Vollsperrung der Strecke Dortmund-Essen-Duisburg zu verweisen. Gewiss: die Situation mag sehr unübersichtlich gewesen sein, für den Sturm konnte nicht mal der Bahnchef etwas (obwohl er sicher in stillen Momenten im heimischen Spiegelkabinett davon träumt, die Natur zu beherrschen), aber wir reden hier ja immerhin nicht über eine wenig befahrene Nebenstrecke im dünn besiedelten Ostharz, sondern über die Bahnverbindung für das Ballungsgebiet in Deutschland. Deren Nichtbefahrbahrkeit hätte der Bahn also schon eine Zeile Quelltext wert sein können, wenn nicht gar viertelstündliche Durchsagen in allen Radiosendern der Region. Auch ein Hinweis wie “Leider fährt im Moment so gut wie gar nichts, bleiben Sie lieber zu Hause” hätte bei den (ohnehin für deutsche Verhältnisse geradezu schafsmäßig schicksalsergebenen) Reisenden sicherlich für so etwas wie Verständnis gesorgt - der fehlende Hinweis auf die Vollsperrung der Strecke tat es nicht. (Der Hinweis darauf, dass die Strecke Duisburg-Essen-Dortmund immer noch bzw. überhaupt gesperrt ist, tauchte nicht vor heute morgen auf der dafür eingerichteten Internetseite auf). Die Bahnmitarbeiter blieben aber dennoch freundlich und gelassen, auch, als sie von vereinzelten Reisenden (bzw. jetzt ja eigentlich Alles-andere-als-Reisenden) lautstark angeherrscht wurden. Das verdient Respekt bzw. die Vermutung, dass man bei der Bahn irgendwann einfach abstumpft.
Ich kam trotzdem von Bochum nach Dinslaken, aber das glich eher einer humanitären Rettungsaktion mit dem Hubschrauber: ein Freund meiner Eltern, der in Dortmund arbeitet, sammelte mich freundlicherweise auf seinem Heimweg nach Dinslaken in Bochum ein. Jetzt sitze ich allerdings in Dinslaken fest und weiß nicht, wann und wie ich wieder nach Bochum kommen soll, denn die Strecke Oberhausen-Dinslaken ist ja sowieso eine der meistgesperrten Deutschlands. Nur, dass sich diesmal eben Bäume auf die Gleise geworfen haben und keine Lebensmüden.
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January 10th, 2007
Ich möchte euch noch ein paar Fotos von meinem Rio-Urlaub nachliefern. Ich habe dort die Tage vor und nach dem Jahreswechsel verbracht, mit 6 Tagen Regen und 2 Millionen Leuten an der Copacabana. Außerdem habe ich die Bekanntschaft zweier mit Maschinengewehren bewaffneten Polizisten gemacht, die gerne Bier trinken und die wir mit etwas Bargeld bestechen mussten, nur um mit unserem Taxi zum absolut leeren Hard Rock Cafe zu kommen. Rio ist ne seltsame Stadt!

Christus-Statue auf dem Corcovado.

Ich vor dem Panorama des Zuckerhuts.

Und das ganze nochmal ohne mich.

Die Copacabana mit dem Zuckerhut im Hintergrund.

Meine 2 Mitreisenden Benny und Andreas mit mir in einer Sandskulptur an der Copacabana.

Der Corcovado mit der Jesus-Statue.
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December 23rd, 2006
Jetzt bin ich schon wieder über drei Wochen in Deutschland.
Das Erste, was mir am Frankfurter Flughafen auffiel, waren die Raucherinseln, die es den Drogenabhängigen ermöglichten, ihrer Sucht im wohltemperierten Gebäude nachzugehen und dabei noch unschuldige Mitbürger zu belästigen und ihnen ihr im Grundgesetz verbrieftes Recht auf körperliche Unversehrtheit streitig zu machen.
Das Zweite war ein älteres Ehepaar, das noch einige Stunden auf seinen Anschlussflug warten musste. Er meckerte über alles und jeden, vor allem aber über sie und ihr (seiner Ansicht nach) offensichtliches Unvermögen, seinen Ausführungen zu folgen. Nach fünf Minuten wollte ich ihn mit einem dieser Plastikkaffeelöffel, die neben dem Koffeintrunkautomaten auslagen, töten - sie ist offenbar seit mehr als fünfzig Jahren mit ihm verheiratet. Ich möchte hiermit beim Bundespräsidenten eine Auszeichnung für lang erduldete Ehen anregen: nennen wir es doch den eisernen Ehering oder so.
Das Dritte waren offenkundig nicht geschäftsreisende oder sonstwie unter Termindruck stehende Leute, die sich lautstark darüber beschwerten, dass unser Anschlussflug nach Düsseldorf wegen Wetters nicht pünktlich kam. Ich als mit allen Wassern gewaschener Weltreisender äußerte nur den zaghaften Wunsch, nicht eine weitere Nacht an einem internationalen Luftverkehrskreuz verbringen zu müssen. Diesem wurde entsprochen.
Im Flugzeug saß ich neben einer Amerikanerin aus North Carolina, die gerade ihren Sohn besuchte, der mit seiner christlichen Rockband durch Deutschland tourte. Diese Situation als absurd zu bezeichnen, wäre eine nicht völlig unangebrachte Verwendung dieser Vokabel gewesen.
Als dann auch noch mein Gepäck, das zu verlieren sich die Lufthansa schon in San Francisco größte Mühe gegeben hatte, tatsächlich unbeschadet in Düsseldorf ankam, überlegte ich aus Dankbarkeit kurz, eine christliche Rockband zu gründen. Statt dessen fuhr mir jemand mit seinem Gepäckwagen in die Hacken und beschimpfte mich wüst dafür. Da wusste ich: ich war wieder daheim.
Seitdem habe ich meinen Jetlag überwunden und warte nicht mehr bei jedem Supermarktbesuch darauf, dass mir jemand meine Einkäufe einpackt. Fernsehen und Radio ertrage ich nicht mehr, aber es gibt ja wenigstens ein paar sehr gute Zeitungen auf dem deutschen Markt.
Und auch wenn ich mich frage, ob ich als Heimkehrer überhaupt noch berechtigt bin, in dieses Blog zu schreiben, möchte ich doch trotzdem das tun, weswegen ich diesen Eintrag eigentlich begonnen hatte:
Ich wünsche allen Lesern und Schreibern dieses Blogs ein wundervolles Weihnachtsfest - wo auch immer auf dieser schönen Welt sie gerade sind.
Ich hatte viel Spaß dabei, hier zu schreiben und zu lesen und hoffe, dass dieses Blog auch weiterhin irgendwie am Leben bleibt. Vielleicht dann irgendwann unter einem neuen Namen …
Posted by Lukas in Geschichten, Landesspezifisches, Lukas, On The Road, Selbstreferenzielles | 1 Comment »
December 22nd, 2006
So kurz vor Weihnachten wird es Zeit für weitere Deko-Verbrechen aus Brasilien.
Dieses Mal: Die schöne Recycling-Maßnahme und neuer wunderschöner Schmuck in meiner Wohnung.
Fangen wir mit dem Apartment an. Hier steht neuerdings dieser nette Plastiktannenbaum. Zur Verteidigung sei zu sagen, dass hier in Brasilien keine echten Tannenbäume wachsen.

Allerdings hängt hier auch diese schreckliche Girlande an der Decke

In der Stadt stehen dann diese netten Engel. Aus alten PET-Flaschen. Hüüüüüüübsch!

Das gleiche gibts noch als Baum. Man beachte die Fachmännische Verbindung zum Stromnetz, damit man den Baum abends auch leuchten lassen kann…

Soviel fürs erste… Frohes Fest
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December 9th, 2006
Da ich am Mittwoch schon in den Urlaub fahre und auch nicht mehr zu Tobis Weihnachtsfeier komme wuensche ich euch allen Schoene Weihnachten & nen guten Rutsch in 2007 aus Suedafrika :-)
Christopher
PS: Schon komisch einen Tannenbaum (Plastik) bei 25° im Einkaufscentrum stehen yu haben… ich geh dann mal wieder an den Strand…
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December 4th, 2006

Was schlägt Lukas hier? a) Rad b) Brücke c) nachher den Fotografen.

Matthias und die selbe Brücke. Nur wirkt sie hier viel kleiner.
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November 30th, 2006
So, das war’s dann wohl. In einer Stunde geht es zum Flughafen. Und es fällt mir wirklich schwer, das hier alles hinter mir zu lassen. Gestern Abend erwartete mich noch eine kleine Überraschungsparty mit allen Studiomitarbeitern im deutschen Restaurant hier und obwohl ich immer gesagt habe, ich würde denjenigen, der mir eine Überraschungsparty ausrichtet, aus meiner Biographie streichen lassen, war ich eher zu Tränen gerührt als irgendwas sonst. [Der Satz hat dennoch weiterhin Bestand.]
Good bye, California. Here I come, miesepetrige & egoistische Deutsche.
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November 28th, 2006
Ja, auch in Brasilien gibt es Weihnachten. Allerdings ist das hier mitten im Hochsommer. Ist den Brasilianern egal, hier gibt es trotzdem Weihnachtsschmuck und Tannenbäume und im Supermarkt nen Weihnachtsmann mit rotem Mantel, während alle anderen in kurzen Hosen und Flip-Flops rumlaufen. Weihnachtsstimmung kommt so bei mir natürlich nicht auf. Aber ich möchte euch dennoch zeigen, wieviel Mühe sich die Brasilianer bei den Weihnachtsvorbereitungen geben und hier immer mal wieder ein paar Bilderchen posten.
Heute fange ich mit dem schönen Plastikweihnachtsbaum in unserem Hausflur und dem Kranz in meiner Wohnung an. Wer mit erklären kann, was ein Delphin mit Weihnachten zu tun hat, wird vielleicht von Knecht Ruprecht verschont.


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